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Nähmaschinen-Hersteller – Eine kurze Geschichte der größten Fabrikanten

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Die Nähmaschine ist eine wunderbare Erfindung, die eine unglaubliche Geschichte voller Skandale, Drama und Todesfälle hat. Wenn du bereits unseren Artikel zur Geschichte der Nähmaschine gelesen hast, dann ist dir dies natürlich bekannt. Zusätzlich zu ihrer turbulenten Vergangenheit wird die Maschine auch mit bestimmten Fabrikanten in Verbindung gebracht. Hier haben wir eine kurze Geschichte der größten und bekanntesten Nähmaschinen-Hersteller zusammengestellt.

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Das 18. Jahrhundert – Eine hilfreiche Erfindung

Die erste Nähmaschine wurde im Jahr 1790 vom Engländer Thomas Saint erfunden. In der Zeit der industriellen Revolution sollte sie Näharbeiten und die Herstellung von Textilien vereinfachen.

Das 19. Jahrhundert – Unternehmen im Aufschwung

Das 19. Jahrhundert war ein wichtiger Zeitraum für die Verbreitung von Nähmaschinen. Viele Nähmaschinen-Hersteller gründeten ihre Firmen in diesem Jahrhundert. Durch steigende Bekanntheit und Beliebtheit von Nähmaschinen wurden viele verschiedene Modelle geschaffen, die eine Verbesserung zu der Ursprünglichen Erfindung aus dem Jahr 1790 darstellten. Die erste Nähmaschine, die besonders weit verbreitet war, war eine Kreation des französischen Schneiders Barthelemy Thimonnier.

1851 war das Jahr, in dem eine der größten Firmen von Nähmaschinen-Herstellern gegründet wurde. Die Amerikaner Isaac Merritt Singer und Edward Clark nannten ihr Unternehmen I.M. Singer & Co, änderten den Namen jedoch im Jahr 1865 zu Singer Manufacturing Company. Beinahe 100 Jahre später wurde der Name erneut geändert: Ab 1963 war der Fabrikant als The Singer Company bekannt.

Der nächste Hersteller, der dem Rennen im Jahr 1862 beitrat, war Pfaff. Das deutsche Unternehmen wurde von Georg Michael Pfaff gegründet. Die erste Pfaff-Nähmaschine wurde in Handarbeit hergestellt und war für Schuhmacher auf das Nähen von Leder spezialisiert.

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Auch in Schweden wollte man dem Wettbewerb beitreten. Im Jahr 1872 erweiterte der Waffenhersteller Husqvarna sein Repertoire mit der Nähmaschine. Um nicht mit dem blutigen Handel von Husqvarna in Verbindung gebracht zu werden, wurden die Nähmaschinen unter dem Namen VSM (Viking Sewing Machines) verkauft.

Der letzte Nähmaschinen-Hersteller des 18. Jahrhunderts war Bernina. Das Schweizer Unternehmen wurde im war Jahr 1893 von Karl Friedrich Gegauf gegründet und war verantwortlich für die erste Nähmaschine, die Säume nähen und versäubern konnte. Bernina ist bis zum heutigen Tage in Händen der Gegauf-Familie: Karl Friedrich Gegaufs Urenkel Hanspeter Ueltschi leitet das Unternehmen seit 1988.

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Das 20. Jahrhundert – Die Spätzünder

Der Japaner Kanekichi Yasui gründete sein eigenes Unternehmen zur Herstellung von Nähmaschinen im Jahr 1908. In den ersten Jahren wurden die Maschinen unter dem Namen Yasui verkauft. Dieser Name mag dir nicht bekannt vorkommen – Noch nicht. Im Jahr 1934 änderte das Unternehmen seinen Namen zu Nippon Sewing Machine Manufacturing Company und seit 1962 ist es als Brother Industries Ltd. bekannt.

Ein weiterer japanischer Nähmaschinen-Hersteller ist Janome. Dieser Fabrikant wurde im Jahr 1921 von Yosaku Ose unter dem Namen Pine Sewing Machine Factory gegründet. Die Namensänderung zu Janome Sewing Machine Company Ltd. fand im Jahr 1954 statt. Janome sind für ihre Innovation bekannt: Im Jahr 1979 brachten sie die erste computergesteuerte Nähmaschine und im Jahr 1990 die erste Nähmaschine mit Stick-Funktion für den Heimgebrauch auf den Markt.

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Im Jahr 1934 wurde ein weiteres Schweizer Unternehmen gegründet. Die Gründer der Nähmaschinenmanufaktur Elna waren der spanische Ingenieur Dr. Ramon Cases Robert und der Schweizer André Varaud. Zu Beginn jedoch war das Unternehmen als Ateliers Mecaniques de Precision Tavaro SA bekannt und hatte nur wenig mit Nähmaschinen zu tun: Tavaro war für 11% der Schweizer Waffenexporte an das Dritte Reich verantwortlich. Die Exporte wurden jedoch vom Spanischen Bürgerkrieg unterbrochen und Tavaro – oder Elna – legte den Fokus auf den friedlicheren Handel mit Nähmaschinen.

Das japanische Unternehmen Juki wurde im Jahr 1938 in Tokio gegründet. Juki ist ein führender Hersteller von industriellen Nähmaschinen und stellt erst seit kürzester Zeit Nähmaschinen für den Heimgebrauch her.

Die japanische Marke Baby Lock wurde gegründet, um einen Overlocker für Privatpersonen im Heimgebrauch zu schaffen. Der Prototyp wurde im Jahr 1964 einem anderen japanischen Unternehmen vorgestellt, welches jedoch von der Erfindung nicht begeistert war. Die Ingenieure des Produkts gründeten dann ihre eigene Firma, da sie von dem Erfolg der Nähmaschine überzeugt waren. Die Funktionsweise des Prototyps wird auch heutzutage noch verwendet.

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Nähmaschinen-Hersteller in der Moderne: Übernahmen über Übernahmen

Seit 1990 haben viele der größeren Nähmaschinen-Hersteller Besitzer gewechselt. Einige der Unternehmen haben sich sogar zusammengeschlossen. So wurde beispielsweise Elna im Jahr 1995 als Unternehmen abgemeldet und dann später von Janome übernommen.

Pfaff hatte über das 20. Jahrhundert mehrere Besitzer gewechselt und wurde im Jahr 1997 an Singer verkauft. So entstand die Singer-Pfaff-Group. Im Jahr 1999 war Pfaff gezwungen Konkurs anzumelden und wurde deshalb von Singer an Husqvarna Viking verkauft.

Im Jahr 2004 erwarb die Private-Equity-Firma Kohlberg & Company Singer und dann im Jahr 2006 VSM und somit auch Pfaff. Die Gruppe ist als SVP Worldwide bekannt, was für Singer Viking Pfaff Worldwide steht.

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