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Nachhaltige Mode – Das neueste Superhelden-Prinzip

Nachhaltige Kleidung im Wald

Was ist nachhaltige Mode?

Nachhaltigkeit lässt sich als Prinzip definieren, bei dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen bzw. sich regenerieren kann (danke, Duden!). In diesem Sinne ist nachhaltige Mode das Ergebnis, wenn das Prinzip der Nachhaltigkeit auf die Modeindustrie angewandt wird.

Warum ist nachhaltige Mode wichtig?

Jeder Deutsche kauft im Durchschnitt 40 bis 70 Kleidungsstücke pro Jahr.
Doch aufgrund des Fast Fashion Phänomens und sich ständig ändernder Trends wird beinahe die Hälfte nicht mal getragen. Laut einer Greenpeace-Umfrage aus dem Jahr 2015 tragen die Deutschen rund 40% ihrer Kleidungsstücke „sehr selten oder nie“. Die Hälfte aller Befragten hatte Kleidung auch noch nie zum Schneider gebracht.

Stattdessen landen jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Tonnen an ausrangierter Ware im Müll oder in der Kleidersammelbox. Dies würde 47.000 LKWs füllen, die aneinander gereiht eine Schlange von Kiel bis nach München bilden könnte.

Doch nur 43% der in Altkleidercontainern entsorgten Ware eignet sich für den Second-Hand-Markt. 37% werden zu Putzlappen oder Dämm-Material verarbeitet, während 20% als Restmüll entsorgt werden.

Dieser Konsum hat seine Kosten: Für die Produktion von einem Kilo Baumwolle werden in Indien 22.500 Liter Wasser verbracht. Die fertigen Textilien müssen dann mit Hilfe von Containern und LKWs transportiert werden. Laut Umweltbundesamt verursacht jede Tonne Ware pro Kilometer LKW-Transport 103 Gramm Treibhausgase. LKW-Transporte sind hiermit die schädlichsten – Bahn und Binnenschiffe liegen im Vergleich bei 19 und 32 Gramm pro Kilometer.

Diese Zahlen sind im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregend. Und hier kann nachhaltige Mode, die aus nachhaltigen Stoffen gefertigt wird, helfen.

nachhaltige mode verschiedene farben

Wie kann die Modeindustrie nachhaltiger werden?

Es beginnt mit der Beschaffung

Laut einer Studie von Fashion Revolution konnten 91% von 219 befragten Marken nicht angeben, wo ihre Baumwolle angebaut wird. 75% wussten nicht einmal woher die fertigen Stoffe stammen. Viele Marken übernehmen keine Verantwortung zur Beschaffung ihrer Textilien und können deshalb nicht mit Sicherheit sagen, welchen Einfluss sie auf die Umwelt haben.

Bei Contrado hingegen ist dies anders. Wir beschaffen unsere Stoffe aus der EU und stellen stets sicher, dass wir sie bis zu ihren Anfängen zurückverfolgen können. In unserem Angebot findest du Naturfasern und sogar Bio-Stoffe. Selbst das Holz, aus dem wir die Keilrahmen für unsere Leinwände fertigen, ist FSC-Zertifiziert. Da wir wissen woher unsere Rohstoffe stammen, können wir ihren Umwelteinfluss auch so stark wir möglich reduzieren.

Feines Kleid – Version 103

Das Designen eines neuen Kleidungsstück ist kein schneller Vorgang. Eine Idee wird zum Prototypen, der dann weitere Ideen inspiriert, Verbesserungen und Änderungen an Stoffen, Schnitten, Längen und Nähten benötigt. Jede Änderung führt häufig zu einem neuen Prototypen, weiteren Skizzen und Notizen. Das Ergebnis dieses Vorgangs sind Textilabfälle, Papierabfälle und CO2-Emissionen, die anfallen, wenn Warenmuster wieder und wieder produziert, verschickt und geändert werden.

Wir nutzen die neuesten Technologien, um Abfälle so stark wie möglich zu reduzieren. Schnittmuster und Skizzen werden von unseren hauseigenen Designern am Computer entworfen und auch die Prototypen fertigen wir vor Ort an. Diese Prototypen werden nicht aus bedrucktem Stoff hergestellt, sondern aus einfachem weißen Material. Wir versuchen außerdem jegliche Änderungen an nur einem Prototypen vorzunehmen, um Textilabfälle zu vermeiden. Um dir einen genauen Eindruck vom Endergebnis zu ermöglichen verwenden wir 3D-Rendering für die neuesten Produkte und hoffentlich bald für unsere gesamte Kollektion. So kannst du dein Kleidungsstück in voller Pracht bewundern, noch bevor du deine Bestellung abschließt, was außerdem für eine höhere Zufriedenheitsrate nach Erhalt des Artikels sorgt.

nachhaltige kleidung bedrucken lassen

Herstellung – In der Mache

Laut Fashion Revolution wissen 50% der befragten Marken nicht einmal wo ihre Kleidungsstücke zugeschnitten und vernäht werden. Auch die Herstellung von Kleidung produziert Abfallprodukte, Emissionen und verschwendet je nachdem welches Druck- oder Färbeverfahren verwendet wird, eine hohe Menge an Wasser. Im Vergleich hält die Modeindustrie den zweiten Platz im Wettbewerb der größten Umweltverschmutzer ein – Den ersten Platz belegt die Erdölindustrie. Hier kommen ein Paar Zahlen ins Spiel: Die Modeindustrie ist für 10% aller Treibhausgase weltweit verantwortlich. 50% der Bewässerungslandwirtschaft weltweit wird zum Anbau von Baumwolle verwendet. Der Baumwollanbau allein ist für 24% des Insektizid- und 11% des Pestizid-Einsatzes verantwortlich. Aufgrund einer Produktion von knapp 9,5 Milliarden Litern Abwasser sind beinahe 70% aller Flüsse und Seen verschmutzt.

Bei den meisten Druckverfahren wird Wasser benötigt. 20% aller Abwässer weltweit sind der Fashionindustrie zuzuschreiben. Nur 15% aller Textilien wird schlussendlich in Shops verkauft. Der Rest ist Abfall, der beim Vernähen, Versäubern und dem Prüfen der Qualität entsteht. Im Jahr 2013 betrug die Anzahl an Textilabfällen 15,1 Millionen Tonnen. 84,8% wurden entsorgt – Hierbei handelt es sich um 12,8 Millionen Tonnen.

Deshalb setzt sich Contrado für nachhaltige Mode ein. Wir suchen stets nach Möglichkeiten unsere Produktion nachhaltiger und umweltfreundlicher zu machen. Dazu gehört auch, dass wir genau wissen, wo unsere Kleidungsstücke bedruckt, zugeschnitten und vernäht werden. Von meinem Tisch aus bin ich beispielsweise in nur 5 Minuten in unserer hauseigenen Schneiderei.
Unser Team an Drucktechnikern, Schneidern, Handwerkern und Qualitätsbeauftragten arbeitet zusammen unter einem Dach. So können wir sicherstellen, dass deine Kreation nachhaltig in nur wenigen Tagen produziert wird.

Zum Bedrucken unserer Textilien verwenden wir umweltfreundliche Farben auf Wasserbasis. Beim Verfahren selbst wird kein Wasser benötigt, wodurch wir die Menge an Abwässern stark reduzieren. Der Digitaldruck trocknet außerdem in nur wenigen Sekunden von selbst. Der Stoff muss also keine intensiven Prozeduren durchlaufen, um getrocknet zu werden.

Da wir außerdem jeden Artikel auf Bestellung herstellen, produzieren wir nur wenige Abfall. Denn im Gegensatz zu anderen Marken haben wir kein Lager voller Kleidungsstücke, die bei Ende der Saison zerstört werden müssen – Unsere Kollektionen werden stattdessen auf unserer Website in Szene gesetzt und nur dann hergestellt, wenn ein Artikel bestellt wird.

nachhaltiger stoff beispiel bedruckt

In den Geschäften

In den letzten Jahrzehnten profitierte die Modeindustrie von der immer stärker globalisierten Welt. Selbst kleinere Shops lagern Kleidung, die in mindestens drei verschiedenen Ländern, wenn nicht Kontinenten war. Häufig kommen die Rohstoffe aus einem Land, werden dann zur Produktion in ein zweites Land geschickt und dann als fertige Kleidungsstücke in einem dritten Land verkauft.

Um Kosten zu sparen haben einige Modegiganten diesem noch eins draufgesetzt und die Produktion selbst in verschiedene Schritte eingeteilt: So werden Textilien an einem Ort bedruckt, in einem anderen Ort zugeschnitten, wieder in einem anderen vernäht und dann zum Versäubern an einen anderen Ort geschickt. Auch der Verkauf wird heutzutage oft in mehrere Schritte unterteilt: So bestellt ein Zwischenhändler die Ware und verkauft diese dann an Geschäfte weiter. Der Transport von Ort zu Ort, Land zu Land und Kontinent zu Kontinent ist eines der größten Probleme der Modeindustrie. Schiffe, Flugzeuge und Lastkraftwagen produzieren riesige Mengen an CO2-Emissionen, die einfach vermieden werden könnten.

Natürlich befinden sich in einem Geschäft nicht nur Kleidungsstücke. Auch Etiketten, Label, Poster und andere Werbemittel müssen jede Saison entsorgt, neu bestellt, produziert und geliefert werden. Diese Mittel haben nichts mit der Mode selbst zu tun, machen jedoch trotzdem einen großen Teil an Abfällen und Emissionen aus.

Bei Contrado haben wir uns gegen Mittelmänner und Zwischenhändler entschieden. Dies war von Anfang an unsere Mission, da uns die Herstellung von hochwertiger, in Handarbeit gefertigter nachhaltiger Mode so wichtig ist.
Unser gesamtes Geschäftsmodell befindet sich Online. Alle unsere Werbemittel, Angebote und Poster sind deshalb digital. So vermeiden wir den Abfall, den diese Werbemittel in einem Laden mit sich bringen würden.

Jetzt sitzt du am Steuer – aber wir können dir helfen

Selbst nachdem ein Kleidungsstück gekauft wurde kann es ökologische Auswirkungen haben. Waschen, trocknen, bügeln – all diese Dinge beeinflussen die Umwelt auf ihre eigene Art und Weise. Eine brandneue super-effiziente Waschmaschine nutzt ungefähr 100 Liter Wasser pro Waschgang. Dies mag zwar eine Verbesserung zu älteren Modellen sein, die bis zu 170 Liter Wasser nutzen konnten, ist jedoch immer noch viel zu viel.

Im Jahr 2018 besaßen 42% der Deutschen einen Wäschetrockner oder ein Kombigerät. Bei regelmäßiger Nutzung produziert der durchschnittliche Trockner ca. 300 Kilogramm CO2 in einem Jahr. Ein Kombigerät verbraucht bei 60°C und anschließendem Trocknen 3,3 kg CO2 und ähnliche Treibhausgase pro Waschgang. Eine Wäsche bei nur 30°C und anschließendem Trocknen an der Wäscheleine hingegen produziert nur 0,6 kg CO2.

Wie bereits gesagt – hier sitzt du am Steuer. Doch von unserer Seite aus können wir dir ein bisschen helfen. Viele unserer Textilien sind knitterfrei. Unsere Designer stellen sicher, dass die korrekten Materialien verwendet werden, um den Kleidungsstücken die richtige Form zu verleihen. Die Mehrheit unserer Artikel kann bei 30°C gewaschen und problemlos an der Luft getrocknet werden.

bedruckte kleidung

Nicht mehr in den Geschäften

Verkaufte Kleidungsstücke haben jedoch nicht die schlechteste CO2-Bilanz. Der erste Platz wird von Kleidung, die nicht verkauft wurde, eingenommen. Massenproduzenten verlassen sich auf Schätzwerte und Prognosen: Wie viele Kleidungsstücke werden verkauft? Viele von jeder Größe sollen produziert werden? Wie viele Farben sollen wir anbieten? Und welche Farbe wird den Kunden am besten gefallen?
Beim Fast-Fashion-Phänomen wird nicht mehr nachproduziert. Denn sobald eine Kollektion in den Läden angekommen ist, fertigen die Hersteller schon die nächste Kollektion.

Einige Textilgiganten (besonders diejenigen, die auf Exklusivität setzen) verbrennen Kleidungsstücke und Accessoires, die nicht verkauft wurden, um ihre Exklusivität beizubehalten und den Preis in die Höhe zu treiben. Es versteht sich wahrscheinlich von selbst, dass ein riesiges Feuer, das nicht nur von natürlichen, sondern auch von Kunstfasern gefüttert wird, nicht besonders gut für die Umwelt ist.

Da Contrado jeden Artikel auf Bestellung angefertigt, müssen wir uns keine Sorgen, um Kleidungsstücke vergangener Kollektionen machen. Denn unsere Kleidungsstücke werden nicht als Kleidungsstücke gelagert, sondern in der Form von Rollen an weißen Stoffen. Die Stoffstücke werden erst bedruckt, wenn wir dein Design erhalten haben. Das bedruckte Material wird dann zugeschnitten und in Handarbeit in das Kleidungsstück deiner Wahl verwandelt. So besitzen wir keine Restposten, die in Größen und Farben erhältlich sind, die niemandem gefallen und nach Ablauf der Saison verbrannt werden müssen.

Auf die Plätze, fertig, los!

Warum ist nachhaltige Mode also ein Superhelden-Prinzip? Die Antwort hat mit dem Einfluss von Fast Fashion auf unsere Umwelt zu tun.

Nachhaltige Mode ist die Zukunft. Sie ist Batman, der Gotham beschützen will. Sie ist Stark Industries‘ technische Fortschritte, die nun Gutes tun. Sie ist Peter Parker, der weiß, das mit großer Kraft große Verantwortung kommt. Und du spielst die Hauptrolle.

Informationen zu unserem Nachhaltigkeitsprogramm findest du hier
Studentenrabatt

Quellen: BUND, SZ Magazin, HAZ, Das Erste, Fashion Revolution

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