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Was ist Microfaser Stoff? Die Vorteile der Super-Faser

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Was ist Microfaser Stoff?

Du siehst ihn überall: Vom Mopp bis zum Staubtuch, von Sportkleidung bis zu Handtüchern. Aber was ist Microfaser Stoff eigentlich? Und was macht die Faser so vielseitig einsetzbar?
Microfasern gehören zu den Chemiefasern. Sie sind unglaublich dünn, dünner sogar als Seidenfasern (welche ungefähr ein Fünftel des Durchmessers eines menschlichen Haares haben). In der Textilindustrie sind Microfasern als Fäden definiert, deren Feinheit geringer als 1 dtex ist. Das heißt, dass 10 000 m einer solchen Faser nicht mehr als 1 g wiegen können. Je nachdem welches Material zur Herstellung verwendet wurde können die Eigenschaften variieren. Das Ergebnis ist ein unglaublich anpassungsfähiger Stoff mit vielen Vorteilen gegenüber Geweben aus Naturfasern.

Woraus wird Microfaser Stoff hergestellt?

Das gängigste synthetische Material, aus dem Microfasern gewonnen werden, ist Polyester. Allerdings können auch je nachdem was aus den Microfasern gefertigt werden soll auch Nylon und andere Polyamide verwendet werden. Ein häufiges Vorurteil gegenüber Chemiefasern ist, dass sie weniger umweltfreundlich als Stoffe aus Naturfasern sind. Es ist jedoch nennenswert, dass bei der Produktion von Microfasern keine Pestizide verwendet werden. Das Einfärben der Garne benötigt keinerlei Wasser, was insgesamt weniger Abfall bedeutet. Vergleichsweise wird beim Färben von Baumwolle eine sehr große Menge Wasser benötigt.

Hersteller verändern und kombinieren die Zusammensetzungen verschiedener Arten, Größen, Länge und Formen der Fasern, um bestimmte Eigenschaften zu erhalten und Vorteile hervorzuheben. Durch die Verwendung von bestimmten Fasern kann ein Stoff beispielsweise wasserfest oder besonders weich werden.

Wofür wird Microfaser verwendet?

Microfaser bietet eine ganze Reihe positiver Eigenschaften und ist somit für eine große Spannweite an Produkten geeignet.

Die bekannteste Verwendung der Fasern ist die Herstellung von Reinigungsprodukten, wie zum Beispiel Mikrofasertüchern, Putzlappen und Mopps. Da das Garn das Siebenfache seines Gewichts an Wasser aufnehmen kann, können kleinere oder größere Missgeschicke mühelos aufgewischt werden. Noch nützlicher ist es, dass Microfaser auch Bakterien von verschmutzen Oberflächen aufnehmen kann. Während der Produktion werden die Fasern in einzelne Filamente gespalten, was sie besonders effektiv zur Aufnahme und dem Einfangen von Schmutz macht. Zudem kann Microfaser Bakterien und Viren von den vielen Oberflächen anziehen und einfangen. Krankheitserreger ernähren sich von organischen Substanzen – Die synthetische Beschaffenheit von Microfasertüchern ist daher perfekt, da Bakterien in den Filamentfasern einfangen und dann abgetötet werden. Das Risiko des Verbreiten von Keimen und Krankheiten in Küchen, Krankenhäusern und überall wo Microfasertücher Verwendung finden wird somit reduziert. Die Filamente sind außerdem weich und sanft, damit auch empfindliche Oberflächen bei häufiger Reinigung nicht beschädigt werden.

Die Filamente der Microfasern sind unglaublich saugstark, was sie perfekt zur Herstellung von Sportkleidung macht. Feuchtigkeit wird vom Körper aufgesaugt und auf die Außenseite des Kleidungsstücks transportiert, wo sie verdampft. So bleibt die Haut selbst bei intensivem Training kühl und trocken. Durch die hohe Dehnbarkeit ist der Stoff gleichzeitig bequem und strapazierfähig.

Für Alltagskleidung und Polsterbezüge wird hingegen eine andere Variante von Microfaserstoff verwendet, bei dem die Filamente nicht gespalten werden. Der Stoff muss in diesem Fall nicht ganz so saugstark sein wie für Putzlappen oder Sportkleidung, sondern vor allen Dingen weich und gemütlich. Microfasern werden zur Herstellung von Textilien verwendet, die zugleich robust und weich sein sollen. Aus diesen werden Kleidungsstücke, wie Jacken oder Röcke, gefertigt, sowie ein Wildlederimitat, dass nicht nur tierfreundlich, sondern auch günstiger als echtes Leder ist. Dieser sogenannte Alcantra-Suede ist beliebt zur Anfertigung von Modeaccessoires, Polsterbezüge und die Inneneinrichtung von Autos.

Ursprung von Microfaser Stoff

Obwohl Microfaser täglich verwendet wird, ist nicht zu 100% bekannt wo das Material seinen Ursprung findet. Eine interessante Geschichte der Herkunft ist, dass die Japaner in den 70er Jahren einen leichten und schmeichelnden Stoff zur Herstellung von Damenbademode kreierten. Dies scheiterte jedoch, da die Badeanzüge das Wasser aufsaugten und dadurch sehr schwer wurden: Der Stoff wurde dann 10 Jahre später in Europa wiederentdeckt und zum saugstarken Material für Reinigungszwecke entwickelt.

Arten von Microfaser

Microfaser-Stoffe können in zwei verschiedene Kategorien eingeordnet werden. Es gibt gespaltene Microfaser und einfache Microfaser. Diese Kategorien beziehen auf den zustand der Fasern während der Herstellung.

Gespalten

Gespaltene Microfaser-Stoffe werden nicht aus einzelnen Fasern, sondern aus Multifilament-Garn gefertigt. Hierbei werden die einzelnen Fasern in viele winzige Filamente gespalten. Durch die hohe Anzahl an Berührungspunkten zwischen einem Microfasertuch und der zu reinigenden Oberfläche können selbst kleinste Schmutzpartikel aufgenommen werden, ohne die Oberfläche zu beschädigen.

Einfach

Diese Version von Microfasern sind nicht für Reinigungsartikel oder Sportkleidung geeignet, da sie nur halb so saugstark sind, wie gespaltene Microfaser. Solltest, du dir nicht sicher sein, welche Art von Mikrofaser eine Textilie ist, dann führe deine Hand einfach über die Oberfläche der Textilie: Stoffe aus gespaltenen Fasern bleiben an winzigen Unebenheiten hängen.

Vorteile und Nachteile von Microfaser

Wie andere Stoffe hat auch Microfaser seine Vor- und Nachteile. Die Flexibilität macht es vielseitig einsetzbar, welches ganz auf eine bestimmte Anwendung angepasst werden kann.

Vorteile

  • Sanfte Oberfläche, scheuert nicht
  • Hygienisch
  • Strapazierbar
  • Liegt weich auf der Haut
  • Kann mit antibakteriellen Chemikalien behandelt werden
  • Leichtgewicht
  • Wasserabweisend
  • Saugstark
  • Langlebig bei richtiger Pflege

Nachteile

  • Benötigt spezielle Pflege
  • Höhere Anschaffungskosten

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