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Stretch-Stoff nähen: So geht’s auch ohne Overlock!

Stretch Stoff nähen

Ob du gerade erst mit dem Nähen angefangen oder bereits einige Jahr vor der Nähmaschine auf dem Buckel hast: Wie man Stretch-Stoff nähen kann gehört zu den Dingen, die man einfach wissen muss.

Es ist kein Geheimnis, dass Stretch-Stoff nähen eine Herausforderung ist, die viele Näh-Anfänger fürchten. Doch heutzutage gibt es so viele Stoffe, die stretchig sind, dass man ihnen nicht entkommen kann! Und das ist auch kein Wunder: Stretch-Stoffe sind super bequem, bewegen sich mit dem Körper, schränken uns nicht ein und liegen angenehm auf der Haut. Mit unseren praktischen Tipps kannst auch du Lernen, wie man Stretch-Stoffe näht – und das auch ohne Overlock-Nähmaschine.

Was ist Stretch-Stoff?

Stretch-Stoffe sind alle Stoffe – Gewebe und Strick – die stärkere Dehnbarkeit und Formstabilität aufweisen, als erwartet wird.

Die Textilien können entweder aus vollständig oder zum Teil aus dehnbaren Garnen bestehen. Ein Beispiel hierfür ist Elastan: Die Fasern sind so dehnbar, dass man häufig nur einen Elastananteil von 5 bis 10% braucht, um nicht-dehnbare Fasern, wie Baumwolle oder Polyester, in einen Stretch-Stoff zu verwandeln.

Und dann gibt es auch noch Strickstoffe, die durch ihre Verarbeitung in Maschen von Natur aus dehnbarer sind als Gewebe. Zu den Strickstoffen gehört auch Jersey, dem wohl bekanntesten Stretch-Stoff. Jersey-Stoffe sind meistens bi-elastische Stoffe: Das heißt, dass ein Stoffstück in alle vier Richtungen dehnbar ist. Schwerere Stoffe können jedoch auch nur in eine Richtung dehnbar sein. Es ist wichtig, dass du weißt, dass der von dir ausgewählte Stoff auch der richtige für dein Projekt ist, bevor du mit dem Stretch-Stoff nähen beginnst.

Stoff nähen mit Nähmaschine

Stretch-Stoffe nähen: Geht das auch ohne Overlock?

Auf jeden Fall. Overlock-Nähmaschinen sind nützlich zum Versäubern von Stretch-Stoffen, doch nicht jeder kann (oder möchte) sein Erspartes für eine der professionellen Maschinen ausgeben. Besonders wenn man bereits eine funktionierende Nähmaschine hat!

Eine Overlock ist hauptsächlich ein Zeitsparer: Sie ist auf das Versäubern von Stoffkanten spezialisiert, da sie den Stoff nicht nur vernäht, sondern auch präzise abschneiden kann. Hobby-Schneider können dies jedoch auch per Hand tun.

Eine Sache gibt es jedoch zu beachten: Es ist wichtig, dass das von dir verwendete Schnittmuster auch mit dem von dir ausgewählten Stretch-Stoff in die Tat umgesetzt werden kann. Der Stretch-Anteil ist hier vor allem wichtig. Im Schnittmuster solltest du weitere Infos dazu finden, ob es auch mit Stretch-Stoffen genäht werden kann.

Stretch-Stoff nähen: Top Tipps

Mit nur einigen einfachen Tipps und Tricks wird das Stretch-Stoff Nähen gleich zum echten Kinderspiel. Die fertigen Nähte sollen schließlich flach liegen und auch bei starker Bewegung nicht einreißen.

Stretch Stoff nähen Lycra

Die Handhabung des Stoffes

1. Stelle sicher, dass der von dir ausgewählte Stoff auch für dein Projekt oder Schnittmuster geeignet ist.

2. Stretch-Stoffe sollten vor dem Vernähen gewaschen werden. Lasse sie flach an der Luft trocknen, damit sie ihre Form behalten.

3. Befestige dein Schnittmuster mit Stecknadeln auf dem Stoff, wenn du ihn mit einer Stoffschere zuschneiden möchtest. Solltest du den Stoff mit einem Cutter (Rollschneider) zuschneiden wollen, dann beschwere das Muster mit Gewichten auf dem Stoff.

4. Bei der Verwendung von Stecknadeln sollten diese innerhalb der Nahtzugabe platziert werden, um Löcher im fertigen Kleidungsstück zu vermeiden.

5. Sollten sich die Ränder deines Stoffes einrollen, dann können diese mit Stärkespray eingesprüht und dann gebügelt werden.

TOP TIPP: Dehne den Stoff nicht, wenn du ihn zuschneidest! Lege dein Stoffstück flach auf einen Tisch und lasse den Stoff nicht über die Ecken hängen, da sich das Material hierdurch verziehen kann.

Nadel & Faden: Die richtige Wahl

1. Verwende eine spezielle Jerseynadel zum Nähen Jersey- und Sweatshirtstoffen. Die Spitze dieser Nadeln ist abgerundet, um die Fasern nicht zu zerreißen. Feste Stoffe mit Stretchanteil und feste bi-elastische Stoffe werden am besten mit einer sogenannten Stretch-Nadel vernäht, die auch mit einer abgerundeteten Spitze ausgestattet, jedoch weniger abgerundet als die Jersey-Nadel ist. Da es sich bei Jersey und vielen anderen Stretch-Stoffen um Strickware handelt, wird ein Zerreißen der Fasern für Laufmaschen sorgen. Die abgerundete Spitze hingegen schiebt die Fasern zur Seite und beschädigt den Stoff so nicht.

2. Wähle außerdem die richtige Nadelstärke. Die Stärke der Nadeln ist häufig auf deren Verpackung zu finden. Im Allgemeinen gilt: Je dünner das Material, desto niedriger die Nadelstärke.

3. Verwende robuste Garne, wie zum Beispiel Polyestergarne. Spezielle elastische Garne müssen nicht verwendet werden. Vermeide Baumwollgarne, da diese unter Spannung schnell zerreißen können.

TOP TIPP: Habe Geduld! Beim Stretch-Stoffe Nähen ist es wichtig, dass du dir Zeit nimmst. Stoppe deine Nähmaschine von Zeit zu Zeit, um zu prüfen, ob der Stoff neu positioniert werden muss.

Stretch Stoff nähen Einstellungen und Stiche

Die besten Nähmaschinenstiche und -Einstellungen für Stretch-Stoffe

Je nach Nähmaschinenmarke und -Modell gibt es eine riesige Auswahl verschiedener Stiche, die zum Vernähen und Versäubern von Stretch geeignet sind. Viele Nähmaschinen kommen außerdem mit speziellen Stichen zum Vernähen von Stretch. Eine Liste aller Stiche ist häufig im Handbuch deiner Nähmaschine zu finden.

Hier die vier bekanntesten Stiche, die bei fast allen handelsüblichen Nähmaschinen gefunden werden können:

  • Enger Zickzackstich: Wähle einen engen Zickzackstich mit der Stichlänge gleich der Stichbreite.
  • Overlockstich: Der klassische Overlockstich, bei dem der Saum zugleich vernäht und versäubert wird. Bei der Verwendung von herkömmlichen Nähmaschinen musst du hier direkt an der Kante nähen.
  • Dreifach-Geradstich: Dieser Stich wird auch Dreifach-Stretchstich genannt. Es handelt sich hier bei dem einzigen Geradstich, den du beim Nähen von Stretch verwenden solltest. Er ist besonders robust, da er je drei parallele Stiche nebeneinander platziert.
  • Doppelnaht mit der Zwillingsnadel: Hier benötigst du eine spezielle Zwillingsnadel. Durch diese werden zwei parallele gerade Stiche erzeugt, während auf der Unterseite ein Zickzackmuster entsteht.

TOP TIPP: Das Handbuch deiner Nähmaschine ist dein bester Freund! Hier findest du außerdem Infos zu speziellen Nähfüßen, die beim Vernähen von Stretch-Stoffen mit deiner Nähmaschine nützlich sein können.

Wir hoffen, dass wir dir hiermit den Einstieg zum Nähen von Stretch-Stoffen erleichtern konnten. Jetzt weißt du über die Grundlagen Bescheid, also lass dich doch von unserer Auswahl an Stretch-Stoffen inspirieren. Oder vergleiche alle unsere Stoffe mit der praktischen Musterbox, in der du bedruckte Muster von über 100 Stoffen findest.

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