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Was ist Chenille? Von der Vergangenheit bis in die Moderne

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Was ist Chenille?

Chenille mag ein Stoff sein von dem du gehört hast, oder auch nicht. Die weiche Kuscheldecke deiner Großeltern, ein flauschiger Schal oder ein kuscheliger Pulli in bunten Farben – all diese Dinge bestehen wahrscheinlich aus dem Material. Unter der riesigen Bandbreite an Stoffen, auf die wir täglich stoßen, stellen wir uns heute die Frage „Was ist Chenille?“.

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Kurzgesagt: Bei Chenille handelt es sich um ein besonderes Garn. Wird aus diesem Garn ein Stoff gefertigt, wird auch dieser als Chenille bezeichnet. Das Wort Chenille kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt „Raupe“. Die Garne verdanken ihren Namen ihrem einzigartigen Aussehen (ein Garn von dem viele kleine Härchen abstehen), das an eine flauschige Raupe erinnert. Der weiche und robuste Chenillestoff ist vielseitig verwendbar und wird häufig zur Herstellung von Kleidung und Polstermöbeln genutzt.

haarige raupe

Woraus wird Chenille hergestellt?

Chenillegarne werden hauptsächlich aus Baumwolle gefertigt, können jedoch auch häufig aus Viskose, Seide, Polyacryl- oder Polypropylenfasern bestehen. Chenille aus reiner Baumwolle wird aufgrund seiner besonders weichen Oberfläche zur Herstellung von Schals, Decken und Kleidungsstücken verwendet, da dieses Material besonders angenehm auf der Haut liegt.

gewobene chenille fäden

Ursprung und Geschichte

Im Vergleich zu klassischen Stoffen, wie Kattun, Popeline und Samt, ist Chenille ein relativ moderner Stoff, der laut Historikern seinen Ursprung im Frankreich des 18. Jahrhunderts hat. Zur Herstellung der flauschigen Fasern wurde zunächst ein Netzstoff hergestellt, der dann in Streifen geschnitten wurde. Diese Streifen wurden dann als Chenillegarne verwendet.

perserteppiche chenille

Der schottische Paisley-Fabrikant Alexander Buchanan brachte das Material im Jahr 1830 nach Großbritannien. Er entwickelte ein Verfahren, um besonders flauschige Schals zu fertigen: Hierbei wurden Wollgarne zu einer Decke gewoben, die dann wiederum in Streifen geschnitten wurde. Mit Hilfe von Hitze und Walzen wurde der „Frizz“-Effekt erzielt, für den Chenille so bekannt ist. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die komplizierte Herstellung der Garne zur Fertigung von Teppichen vereinfacht.

chenille tagesdecke

In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gewann Chenille auch in den Vereinigten Staaten an Beliebtheit. Hier wurde der Stoff zur Herstellung von Tagesdecken, Matten und Teppichen verwendet.

Kleidung aus Chenille wurde erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts beliebt. Heutzutage wird der Stoff hauptsächlich für schwere Vorhänge und Möbel genutzt. Die kultigen „Zauberwürmer“ aus den 70er und 80er Jahren bestehen aus einem Material, das an dickes Chenillegarn erinnert.

Wie wird Chenille hergestellt?

Die moderne Herstellung des Stoffes unterscheidet sich stark von der aufwendigen Anfertigung im 18. und 19. Jahrhundert. Heutzutage wird das Garn aus zwei verschiedenen Fäden gefertigt: einem inneren Faden (in der Fachsprache wird dieser als „Seele“ bezeichnet) und vielen kurzen Fäden (diese werden „Florfäden“ genannt). Der innere Faden wird verdreht, sodass er die Florfäden einschließt. Das Ergebnis ist ein Garn mit rechtwinklig abstehenden „Haaren“, die bei Bedarf noch gekürzt werden können. Um einem Ausfallen der Florfäden entgegenzuwirken, besteht die Seele häufig aus Nylonfäden, die bei geringer Temperatur schmelzen. Heißer Wasserdampf wird eingesetzt, um die inneren Fäden permanent zu verbinden.

chenille fäden

Da die einzelnen Florfäden Licht aus verschiedenen Winkeln reflektieren, kann Chenille schillern, ohne dass hierfür besondere schillernde Fasern verwendet werden müssen.

Wofür wird Chenille verwendet?

Tagesdecken, Teppiche und Vorhänge wurden ursprünglich aus dem Stoff gefertigt. Neben Heimtextilien wird der Stoff heutzutage auch zur Herstellung von Schals, Tuniken, Handschuhen, Cardigans und Bademänteln verwendet. Der weiche und fließende Stoff ist ideal für Kleidungsstücke geeignet, während die robuste Struktur Chenille den perfekten Stoff zum Beziehen von Polstern macht.

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Vorteile

  • Liegt weich auf der Haut
  • Fließender Fall
  • Leichter Schimmer
  • Dick und strapazierbar
  • Saugstark
  • Abriebfest
  • Wärmeisolierend
  • Vielseitig

Nachteile

  • Pflegebedürftig
  • Kann sich verziehen
  • Kann einlaufen

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