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Leinenstoff

Leinenstoff zählt zu den ältesten Stoffen, aus denen die Menschen weltweit Kleidung und Wohntextilien herstellten. Leinen ist glatt, haltbar und besteht aus natürlichen Fasern. Finde mehr heraus über das Thema Leinen: Eigenschaften, Herstellungsverfahren und Eigenschaften werden in diesem Ratgeber beleuchtet.

Was ist Leinen?

Leinenstoff oder Flachs ist der Oberbegriff für alle Stoffe, die aus der Faser der gemeinen Lachsfase hergestellt werden. Leinen, auch Leintuch oder Linnen genannt, wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen und zählt zu den Bastfasern. Bis ins 19. Jahrhundert war Leinen sehr weit verbreitet und wurde dann durch die Baumwolle aus der Textilindustrie verdrängt. Allerdings hat Leinen Eigenschaften, die dazu führen, dass der Stoff erneut mehr und mehr an Beliebtheit gewinnt. Denn die für den Leinenstoff genutzten Langfasern sind sehr robust und langlebig.

Neben der Verarbeitung reiner Leinenfasern ist es auch möglich, Leinen mit anderen Fasern zu kombinieren. So entstehen zum Beispiel die Halbleinen, die aus Baumwolle und Leinen bestehen. Leinenfasern werden in der Regel zu Webstoffen verarbeitet, die in ganz unterschiedlichen Schweregraden erhältlich sind.

Was ist Leinen: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Leinenstoffen.

  • Vollleinen: Stoff besteht zu 100 % aus Flach
  • Halbleinen: Sie bestehen zu mindestens 40% aus Leinen sowie aus Baumwolle; der Stoff vereint die positiven Eigenschaften von Baumwolle und Leinen.

Hinzu kommen Mischgewebe, bei denen Flachsfasern mit anderen, natürlichen oder synthetischen, Fasern gemischt verarbeitet werden oder ein Leinenstoff ein Finish unter Einsatz anderer Materialien erhält.

Wie werden sie hergestellt?

Zunächst etwas Hintergrundwissen zum Thema Leinen: Herkunft und Geschichte von Leinenstoffen reichen weit zurück. Experten sprechen davon, dass Flachs bereits vor vielen Jahrtausenden zu Stoffen verarbeitet wurde. So wurden beispielsweise ägyptische Mumien in Leinentücher eingewickelt. Bis Baumwolle in großen Mengen nach Europa importiert wurde, war Flachs – mit wenigen Ausnahmen – die einzige pflanzliche Faser, die zur Herstellung von Stoffen bereit stand.

Der Weg vom Flachs zu Leinen beinhaltet etliche Produktionsschritte: Die Fasern werden aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Da die Leinenfasern Bündel bilden, ist es sehr aufwändig, diese so aufzubereiten, dass diese in der Textilindustrie verarbeitet werden können. Die Flachsfasern werden zur so genannten Gelbreife geerntet. Die Ernte erfolgt entweder maschinell oder per Hand. Die manuelle Ernte sorgt für eine deutlich bessere Qualität, da hierbei die Pflanzen nicht aus dem Boden gerissen, sondern vorsichtig gerauft werden. Die so gewonnenen Flachsfasern sind feiner und biegsamer.

Im Anschluss an die Ernte erfolgt der Trocknungsprozess. Flachs wird im Freien getrocknet, bevor die Samenkapseln entfernt werden. In einem Röstverfahren, meist kommt hier ein Dampfaufschlussverfahren zum Einsatz, werden die Pektine aufgelöst, die die Fasern bis dahin zusammengehalten haben. Die Fasern werden dann in Schwingereien genannten Verarbeitungsbetrieben vom Stängel gelöst und nach Langfasern und Kurzfasern getrennt. Aus den kurzen Fasern werden grobe Garne gefertigt oder sie werden in der Industrie verwendet und aus den langen Fasern entstehen die feinen Leinenfasern.

In Spinnereien werden die Fasern dann zu Garnen versponnen. Welches Spinnverfahren hierbei zum Einsatz kommt, hängt davon ab, ob Lang- oder Kurzfasern verarbeitet werden. Die fertigen Fasern werden dann zu Leinenstoff gewebt.

Verwendung von Leinen

Leinen eignet sich aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften zur Herstellung ganz unterschiedlicher Produkte. Das graue Leinen ist insbesondere in der Modeindustrie sowie im Bereich der Inneneinrichtung sehr beliebt. Zu den Endprodukten, die aus Leinen hergestellt werden, zählen vor allem:
  • Polsterstoffe
  • Überwürfe und Vorhänge
  • Kleidung: Anzüge, Jacken, Kleider, Blusen, Hosen etc.
  • Tischdecken
  • Bettbezüge
  • Handtücher
  • Geschirrtücher
  • Tapeten
  • Servietten
  • Tischsets
  • Koffer und Taschen

Leinen Eigenschaften

Leinen wird aus Flachsfasern hergestellt, die durch die Weiterverarbeitung und das Waschen weicher werden. Leinen hat zahlreiche positive Eigenschaften:

  • Von Natur aus bakterizid
  • Wenig anfällig für Schmutz
  • Fuselfrei
  • Nimmt bis zu 35 % Luftfeuchtigkeit auf
  • Fest
  • Strapazierfähig
  • Langlebig
  • Hat einen natürlichen Glanz
  • Lässt sich färben

Vorteile von Leinen

Leinen ist insbesondere für die Fertigung von sommerlicher Kleidung sehr gut geeignet, da sie einen optimalen Tragekomfort auch bei hohen Temperaturen bietet: Der Stoff ist gut luftdurchlässig und nimmt zugleich Luftfeuchtigkeit in einem hohen Maß auf und kann diese auch wieder abgeben. Auch der natürliche Farbton des Leinen, der von einem erdigen Braun über beige bis grau reicht, wird als Gestaltungseffekt genutzt.

Dank der bakteriziden Eigenschaft kann Leinen auch im medizinischen Bereich eingesetzt werden. Daher werden medizinische Gewebe sowie Verbände aus Leinen gefertigt.

Und schließlich punktet Leinen durch seine gute Öko-Bilanz: Die Pflanzen müssen nicht berieselt werden und benötigen nur sehr wenig Dünger. Und anders als früher sind die Verarbeitungsprozesse heute auch umweltfreundlich.

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